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| Chiropraktik - eine alte Heilmethode |
Die Behandlung der Wirbelsäule durch Handgriffe ist seit ca. 5000 Jahren bekannt. Sogar von Hippokrates finden sich mehrere Berichte über eine manuelle Wirbel-säulentherapie. Der Amerikaner D.D. Palmer begründete im Jahre 1895 in Davenport, Iowa, eine Behandlungsmethode, welche er als Chiropraktik bezeichnete. Das Wort Chiropraktik bedeutet "mit der Hand behandeln". Es handelt sich hierbei also um eine Behandlungsmethode, die ohne Medikamente, Injektionen oder Operationen durch-geführt wird. Seit der Begründung der Chiropraktik als eigenständige Methode im Jahre 1985 hat sie sich wesentlich weiterentwickelt. Heute ist die Chiropraktik weltweit gesehen der größte naturheilkundliche Berufsstand überhaupt. Auch in Deutschland hat die Chiropraktik in den letzten Jahrzehnten mehr und mehr Verbreitung gefunden. Sie ist wissenschaftlich gesichert und schulmedizinisch voll anerkannt. |
| Die Wirbelsäule |
Im Zentrum der Chiropraktik steht die Wirbelsäule und die Auswirkungen einer gestörten Wirbelsäule auf das Nervensystem und den Gesamtorganismus. Die Wirbel säule ist das Zentrale Organ des Bewegungsapparates. Ihre Aufgabe ist es, dem Menschen als elastische und federnde Tragsäule seine aufrechte Haltung zu geben, und gleichzeitig das empfindliche Rückenmark zu schützen. Die Wirbelsäule ist aus Wirbeln, Bandscheiben, Bändern und Muskeln aufgebaut. Mann kann zwischen Hals-, Brust- und Lendenwirbelsäule unterscheiden. Es gibt 7 Halswirbel, 12 Brustwirbel und 5 Lendenwirbel. Hinzu kommen Kreuzbein und Steißbein, sowie die Gelenke, welche die Wirbelsäule mit den Beckenknochen verbinden - die sog. lliosakralge-lenke. Zwischen zwei Wirbeln befinden sich die Bandscheiben. Sie sorgen für eine bewegliche Verbindung und wirken als elastische Stoßdämpfer. Zahlreiche Bänder und Muskeln stabilisieren die Wirbelsäule und ermöglichen gleichzeitig ihre große Beweglichkeit. Die Wirbelsäule hat mehrere natürliche Krümmungen und ist dadurch sehr elastisch und belastbar. Zwischen zwei Wirbeln verlässt jeweils ein Nervenpaar den Rückenmarkskanal um sich durch unzählige Nervenbahnen in die entlegensten Körperteile zu verzweigen. Es wird verständlich, daß unser Wohlbefinden in wesent-licher Weise vom Zustand unserer Wirbelsäule abhängig ist. |
| Was ist Chiropraktik ? |
Chiropraktik ist eine selbständige Disziplin der wissenschaftlichen Heilkunde. Sie befasst sich diagnostisch und therapeutisch in erster Linie mit jenen Krankheitsge schehen, denen reversible Störungen der Statik und Dynamik des menschlichen Körpers zugrunde liegen. Eine zentrale Bedeutung kommt dabei den Gelenken im Bereich der Wirbelsäule zu, die z.B. infolge eines Unfalles, einer Prellung oder auch nur einer falschen Bewegung blockieren können. Ein blockiertes Gelenk kann in einer funktionellen Fehlstellung lange Zeit verharren und zu scheinbar unerklärlichen Schmerzen, Bewegungseinschränkungen, Muskelverspannungen und Fehlhaltungen führen. Darüber hinaus können über reflektorische Vorgänge auch funktionelle organische Störungen ausgelöst werden.
Blockierungen können durch ihre Auswirkungen auf das Nervensystem sehr unter-schiedliche Beschwerden verursachen, die z.T. jahrelang bestehen können, ohne dass die Ursache der Beschwerden in der Wirbelsäule vermutet wird.
Die Aufgabe des Chiropraktors ist es, solche Störungen zu diagnostizieren, und nach sorgfältiger Klärung der Ursachen zu behandeln. Vor Aufnahme einer Behandlung wird eine genaue Krankengeschichte aufgenommen, wobei nicht nur die gegenwär-tigen Beschwerden wichtig sind, sondern auch nach früheren Krankheiten, Opera-tionen, Unfällen usw. gefragt wird. Auf die Anamnese folgt die eigentliche Unter-suchung, bei der zuerst die Haltung und Beweglichkeit des Patienten registriert werden. Darauf werden verschiedene neurologische und orthopädische Tests durch-geführt, aber auch, wenn nötig, andere Körperfunktionen untersucht (z.B. Blut-druckmessung u.a.m.). Ziel der Untersuchung ist es, ein möglichst vollständiges Bild vom Gesundheitszustand des Patienten zu bekommen. Häufig sind zur Sicherung der Diagnose auch Röntgenaufnahmen erforderlich.
Nach erfolgter diagnostischer Abklärung und Lokalisation der entsprechenden Stö- rung wird dann, sofern der Fall in den Kompetenzbereich des Chiropraktors gehört, die Indikation gestellt und ein Behandlungsplan aufgestellt. In Fällen von Nicht- oder nur teilweiser Zuständigkeit überweist der Chiropraktor den Patienten in allgemein medizinische oder fachärztliche Behandlung,
Die eigentliche chiropraktische Behandlung besteht in spezifischer sanfter Manipula tion oder Mobilisation der gestörten Wirbelgelenke. Auf diese Weise werden blockierte Gelenke wieder beweglich gemacht und die Gelenkflächen in korrekte Beziehung zueinander gebracht. Falls nötig, wird diese Behandlung ergänzt durch Maßnahmen, welche die Funktionstüchtigkeit des Bewegungsapparates möglichst vollständig wiederherstellen sollen: z.B. Physiotherapeutische Anwendungen, ortho-pädischer Ausgleich eines verkürzten Beines, Beratung im Bezug auf Haltung, Schlafgewohnheiten und mögliche Fehlbelastungen, sportliche Betätigung usw.
Kernstück der chiropraktischen Tätigkeit ist die gezielte manuelle Behandlung gestörter Gelenke, wobei das betreffende Gelenk leicht über seine normale Beweg-ung hinaus bewegt wird, jedoch ohne das hierbei seine anatomischen Grenzen über-schritten werden. Oft ist hierbei ein leichtes Knacken zu hören - dies ist jedoch für den Erfolg nicht ausschlaggebend. Es wird jedoch nicht eingerenkt - d.h. Es werden keine Wirbel verschoben, und es kann nicht zu einem überdehnen oder ausleiern des Bandapparates kommen. Durch einen qualifizierten Chiropraktor ausgeführt, stellt dieses Manöver die Gelenksfunktion wieder her, ohne Schäden hervorzurufen. Auf diese Weise findet auch eine Normalisierung der mit der Gelenkfunktion im Zusam-menhang stehenden Teile des Nervensystems und der dadurch versorgten Organe statt. |
| Wie lange dauert eine Behandlung ? |
Außer der Kompetenz und der Fingerfertigkeit des Chiropraktors muss selbstver- ständlich berücksichtigt werden, wie lange das Leiden schon besteht, wie schwer
es ist, ob der Patient jung oder alt ist, und wie groß sein Heilungswille und seine Aus dauer sind. Durch Funktionswiederherstellung der Wirbelsäule ermöglicht der Chiropraktor der natürlichen Heilkraft des Menschen, sich zu entfalten, aber es ist auch notwendig, dass der Patient Ausdauer zeigt: Schwere, länger andauernde Beschwerden benötigen mehrere Behandlungen. Grundsätzlich sind zunächst zwei Behandlungen pro Woche notwendig. Nach Eintreten einer Besserung genügt eine Behandlung pro Woche. In den meisten Fällen sind ca. 5-10 Behandlungen ausreichend.
Oft ist bereits nach der ersten Behandlung eine wohltuende Wirkung spürbar. Manchmal dagegen wird, wie dies bei anderen Kurbehandlungen auch der Fall ist, eine leichte Verstärkung der Symptome erfunden, denn die Gewebe müssen sich zuerst an die neue Situation anpassen. Diese Reaktion ist Bestandteil des Heilungs prozesses.
Viele Menschen empfinden es als sehr wohltuend, sich in längeren Abständen von ca. zwei bis drei Monaten chiropraktisch untersuchen und behandeln zu lassen, um so schon der Entstehung von chronischen Wirbelsäulenleiden vorzubeugen, oder bestehende chronische Schmerzen zu bessern. Auch viele Sportler nutzen die Chiropraktik, um hierdurch ihre Leistungsfähigkeit optimal zu entfalten zu können.
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| Die Ausbildung zum Chiropraktor |
Die Ausbildung zu einem vom Deutschen Chiropraktoren Verband anerkannten Chiro-praktor ist derzeit nur in England und in den USA möglich. Das Studium an einer anerkannten chiropraktischen Hochschule dauert 5 Jahre und umfasst ca. 4800 Vorlesungsstunden. Die Ausbildung beginnt mit einem Grundlagenstudium, welches dem in der Medizin vergleichbar ist.
Mehr als 1/3 des Studiums sind jedoch der speziellen chiropraktischen Diagnostik und Therapie gewidmet. Die fortgeschrittenen Studenten erhalten im 5. Ausbil-dungsjahr ihre klinische Ausbildung unter Aufsicht erfahrener Chiropraktoren in der hochschuleigenen Klinik. Diese umfangreiche Ausbildung garantiert, dass ein Absol-vent, der den Titel "Doktor der Chiropraktik" erhält, in der Lage ist, fachkompetent die erforderlichen Untersuchungen und Behandlungen durchzuführen oder ggf. den Patienten an andere Spezialisten zu überweisen. |
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